Das Deutschlandradio startet 2010 DRadio Wissen. Dieser neue Radiosender geht neue Wege bei der Verbreitung: Es gilt „online first“. Beiträge werden auf der Website eingestellt, sobald sie fertig sind. Sie müssen also nicht, wie sonst meines Wissens bei allen Sendern, darauf warten, dass sie gesendet wurden.

„Wir suchen einen Weg, das Massenmedium Radio mit dem Internet zu versöhnen“, sagt Günter Müchler, der Programmdirektor des Deutschlandradios. Einer Versöhnung muss ein Streit vorausgegangen sein – doch wo war der Streit zwischen Internet und Radio? Was der Radio-Chef wohl sagen will, ist, dass das Deutschlandradio damit verhindern will, auf lange Sicht bedeutungslos zu werden, weil immer weniger Menschen Radio hören. Der neue Sender soll vor allem „Studenten“ ansprechen. Menschen, die dem Studentenalter entwachsen sind, traut er wohl nicht zu, mit dem Internet umgehen zu können.

Auch sollen die Hörer die Sendungen online kommentieren dürfen und auch in den sozialen Netzwerken will der neue Sender „Präsenz zeigen“.

DRadio Wissen ist der dritte Sender des Deutschlandradios, neben dem Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur. 6,9 Millionen Euro pro Jahr kostet der neue Sender den Gebührenzahler. Wie ich finde, sehr gut investiertes Geld. Das Programm klingt vielversprechend. Und es ist ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung: Es spielt keine Rolle, auf welchem Weg die Inhalte zu den Nutzern kommen. Dieses Beispiel sollte Schule machen.

Ich freue mich jedenfalls schon auf DRadio Wissen. Auch wenn ich schon lang kein Student mehr bin.

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