iPhone wird Mediennutzung entscheidend verändern
06.08.2007 von Jens Jacobsen
Apples neues Handy iPhone ist in Europa noch gar nicht zu haben, und doch sorgt es auch hier schon für ordentlich Medienrummel. Seit dem 29. Juni 2007 wird es in den USA verkauft, dank geschickter PR war die Spannung vorher groß. Und das Gerät scheint den ganzen Wirbel wert gewesen zu sein: es finden sich kaum kritische Stimmen, das iPhone scheint tatsächlich so toll zu sein, wie es die Werbung und die Apple-Fans von Anfang an behauptet haben.
Auch wer nicht zu den Technikfreaks zählt, sollte das iPhone im Auge behalten. Es hat das Zeug, unsere Mediennutzung entscheidend zu verändern. Erstmals scheint mit ihm möglich, was uns seit Jahren versprochen wird: das bequeme Nutzen des Internet von unterwegs. Durch den großen Bildschirm, der beim Drehen des iPhone den Inhalt des Browsers automatisch mitdreht. Und vor allem auch durch die intelligente Vergrößerung von Inhalten auf beliebigen Webseiten.
Außerdem kann man mit dem iPhone Musik hören und Filme ansehen – und natürlich Podcasts nutzen.
Das alles geht so gut, dass z.B. der amerikanische Publizistik-Professor Ezra Shapiro meint:
And how quickly will the iPhone — and its successors — become the media consumer’s accessory of choice in coffee shops and commuter trains around the world?
Die Marktforscher von Forrester Research schreiben, Inhalteanbieter sollen mit dem iPhone experimentieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie wir zukünftig auf Informationen jederzeit und überall zugreifen.
Das Versprechen vom reibungslosem Zugriff auf beliebige Inhalte von unterwegs ist nicht neu. Doch habe ich bis heute kein mobiles Gerät gesehen, mit dem ich das Web auch nur annähernd komfortabel benutzen konnte. Diesmal aber scheint sich das Versprechen endlich zu erfüllen. 77 Prozent der über 3.000 befragten Nutzer des iPhone sind „sehr zufrieden”. Das haben die Marktforscher von ChangeWave herausgefunden. Die nächstbessere Marke ist der Blackberry, der aber nur auf 50 Prozent sehr zufriedene Nutzer kam.
Selbst wenn das iPhone bei uns nicht so reißenden Absatz findet wie in den USA, selbst dann wird es viel bewirken. So wie Apple mit dem iPod die Nutzung von Audio entscheidend mitgeprägt hat, obwohl nicht jeder einen iPod hat. Apple hat den anderen Herstellern vorgemacht, wie ein Gerät aussieht, mit dem sich alle Arten von Medien komfortabel unterwegs nutzen lassen.
Ach ja, und telefonieren kann man mit dem iPhone natürlich auch noch. Und E-Mails schreiben bzw. lesen.
Artikel von Ezra Shapiro über das iPhone »
Zusammenfassung der Studie von Forrester »
Infos von Apple »
ChangeWave: Erfolgsaussichten für das iPhone »
Artikel zur Konzeption von Webseiten für das iPhone
