Unter dem provokanten Titel „Lesen bildet, Hören hält auf“ schreibt Ben Schwan im Blog der Technology Review, dass Audio-Podcasts ihm zu umständlich seien, um schnell auf wichtige Informationen zuzugreifen. Das geht mir genauso.

Aber das ist ja gerade nicht der Witz an Podcasts. Audio-Podcasts haben aus meiner Sicht vielmehr zwei entscheidende Vorteile gegenüber geschriebenem Text:

  • Man kann sie nutzen, wenn man nicht lesen kann. Z.B. bei der Fahrt zur Arbeit oder beim Sport.
  • Man bekommt die Inhalte direkt von einem Menschen, zu dem man durch dessen Stimme einen viel engeren Bezug hat als zu dem Autor eines geschriebenen Texts.

Ohne Frage ist es mühsam, sich durch eine 20minütige Podcast-Folge zu arbeiten, wenn man nur eine bestimmte Information sucht. Aber ebenso macht es ohne Frage Spaß, sich von einer angenehmen Stimme die wichtigsten Branchen-Infos in 20 Minuten auf dem Weg ins Büro erzählen zu lassen – zusammen mit dessen persönlichem Kommentar.

Noch ein Praxisbeispiel: Suche ich ein Hotel für meinen nächsten Städteurlaub, will ich schnell einen Überblick über die Unterkünfte, die für mich in Frage kommen – von Preis, Lage und Ausstattung her.
Suche ich aber nach Ideen, wohin mein nächster Urlaub gehen könnte, höre ich liebend gern Podccasts, die mir Geschichten und Erlebnisse von lohnenden Reisezielen erzählen.

Wie so oft gilt: jedes Medium für den richtigen Zweck. Und nur weil einige Podcast-Anbieter das nicht verstanden haben, heißt es nicht, dass es nicht auch viele gute und sinnvolle Podcasts geben würde.

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