Podcast Museum Brandhorst – geschenkt
26.05.2009 von Jens Jacobsen
Gerade ist das Museum Brandhorst in München eröffnet worden. Hier ist die Schenkung des Ehepaars Brandhorst zu sehen mit Bildern von Andy Warhol, Gerhard Richter, Sigmar Polke und anderen Großen der Moderne sowie von bedeutenden zeitgenössischen Künstlern.
Dazu gab (oder gibt?) es einen Podcast. Die Sammlung für moderne Kunst ist Weltklasse, der Podcast aber leider nicht. Inhaltlich in Ordnung, sauber produzierte Radio-Beiträge. Aber die Möglichkeiten des Mediums Podcast hat man leider nicht ausgeschöpft: Es gibt derzeit vier Folgen, alle wurden aber gleichzeitig veröffentlicht.
In iTunes taucht der Podcast zwar auf, unter „Name“ steht aber nur „Folge 1“, „Folge 2“ etc. Die Dauer ist in iTunes nicht angegeben, auch auf der Website steht sie nicht. Das Feld „Beschreibung“ bleibt leer.
Eingeordnet ist der Podcast seltsamerweise bei „Kunst/Design“, nicht bei „Kunst/Bildende Kunst“. Und im Einführungstext ist heute noch davon die Rede, dass das Museum „in wenigen Tagen“ eröffnet, obwohl die Eröffnung schon fünf Tage her ist.
Auf der Website ist kein Link zum Abonnieren des Podcasts vorgesehen, ein Link zu iTunes fehlt.
Vollkommen unklar bleibt, ob geplant ist, diesen Podcast tatsächlich weiter zu betreiben, oder ob es bei dieser Einmalaktion mit vier ca. fünfminütigen Folgen bleibt.
Inhaltlich kann man nur sagen, dass die Produktion recht brav und langsam ist, aber das ist natürlich ganz Subjektiv.
Der Name des Podcasts ist laut iTunes und Website „Museum Brandhorst für‘s Ohr“, im Podcast selbst wird vollkommen unnachvollziehbar vom „Antenne Audio-Podcast“ gesprochen. Markenbildung sieht anders aus.
Der Zuhörer wird als „Podcaster“ angesprochen, was der Begriff für Podcastmacher ist. Ein Detail nur, aber es zeigt nochmal deutlich, dass die Produzenten keine Erfahrung mit dem Medium haben.
Fazit: Die Weltklassesammlung wird ihrem eigenen Anspruch beim Podcast leider nicht gerecht. Ein Blick auf die Podcasts von MoMA oder Tate, mit denen sich die Verantwortlichen in den Folgen gern vergleichen, hätte gezeigt, wie so etwas aussehen kann. Und das ohne Mehrkosten. So wurden viele Möglichkeiten verschenkt – schade.
Die Podcast-Seite beim Museum Brandhorst »
Die Podcast-Seite beim New Yorker MoMA »
Die Podcast-Seite bei der Tate Gallery, London »
