Die Entwicklung des Nutzerverhaltens im Audio-Bereich on- und offline zeigt: Podcasts und Audio-on-demand werden immer wichtiger. Gute Inhalte sprechen die Nutzer an, und sie nutzen die Kanäle, die ihren Gewohnheiten am besten entsprechen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete in Ihrer Printausgabe vom Samstag/Sonntag 25./25. April über die wirtschaftliche Situation der Radiosender in Deutschland und deren Verhältnis zum Internet. Online ist der Artikel leider nicht verfügbar.

Durch das inzwischen enorme Podcastangebot und die Verbreitung mobiler Abspielgeräte hatten Viele noch vor wenigen Jahren das Ende des herkömmlichen Radios vorhergesagt. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Trotz iTunes und iPods scheint es dem Radio gut zu gehen, das jedenfalls zeigt die in der SZ zitierte aktuelle Media-Analyse Radio. Demnach hören derzeit 58 Millionen Menschen in Deutschland täglich Radio, jeder von ihnen im Schnitt vier Stunden.

Seit 2000, also seit sich das Internet als Massenphänomen etabliert hat, sei die Gesamthörerzahl nur leicht zurückgegangen – von 79 auf 76,3 Prozent der über 10jährigen.

Die Entwicklung zeigt, dass das Internet nicht nur Konkurrenz ist. Viel mehr haben die Anbieter des Wellenradios Podcasts und Audio-on-demand als zusätzlichen Vertriebsweg für ihre Inhalte entdeckt und teilweise recht erfolgreich umgesetzt. So hatte etwa das Deutschlandradio im Jahr 2009 „einen Riesenabsatz an Audio-Dateien: Es gab 50 Millionen Abrufe per Podcast oder Audio-on-demand“, wie die SZ Dietmar Timm zitiert, der beim Deutschlandradio das neue Programm DRadio Wissen leitet. Die Anzahl der Nutzer, die die neuen Vertriebswege nutzt, sei laut Timm „groß genug, um sie ernst zu nehmen“.

Weitere Zahlen nennt die SZ vom Westdeutschen Rundfunk/WDR, der für einige seiner beliebtesten Hörspiele online Abrufzahlen im fünfstelligen Bereich verzeichnet. Ähnlich hoch ist die Nachfrage beim Bayrischen Rundfunk/BR, dessen Hörspiele pro Monat mehr als 100.000 Nutzer ansprechen.

Das Fazit: Podcasts sind nicht das Ende des Radios, sie haben sich viel mehr als ernst zu nehmender Verbreitungskanal fest neben anderen Medien etabliert. Die Nutzer zeigen einmal mehr, dass für Sie nicht die Übertragungsweise vorrangig ist, sondern der Inhalt.
Für Produzenten von Inhalten bedeutet das: Guten Inhalt auf möglichst allen Vertriebswegen und Plattformen anbieten.