Schäuble macht Video
25.06.2010 von Jens Jacobsen
Finanzminister Wolfgang Schäuble veröffentlicht auf der Website seines Ministeriums seit gestern auch „Videobotschaften“. Diesen seltsamen Namen hat er sich von Angela Merkel abgeschaut, die das schon seit 2006 macht. Nicht abgeschaut hat er sich von seiner Chefin, das Video auch als Podcast zu veröffentlichen – bei iTunes ist es nicht zu finden, und eine Abo-Möglichkeit gibt es auch nicht. Schade, das verschenkt Reichweite (und damit Steuergelder).
Noch schlimmer: Der Server scheint überlastet, oder der eingesetzte Player ist ungeeignet – selbst bei meiner extrem schnellen Anbindung im Büro gab es ständig Aussetzer. Die knapp vier Minuten vorauszuladen dauerte fast zehn Minuten.
Videotechnisch ist der Film ordentlich gemacht, auch wenn man deutlich sieht, dass Schäuble deutlich weniger Geld für die Produktion in die Hand genommen hat als Merkel. Das ist auch OK, nur die Schnitte mit weißem Blitz wirken etwas seltsam. Sehr ungünstig aber: Der Ton ist nicht sauber, man hört immer wieder Plop-Geräusche.
Inhaltlich sagt Schäuble das, was man erwartet.
Fazit: Wenn man wie unser Finanzminister sparen will, dann kann man durchaus ein Video so produzieren. Aber technisch sauber sollte es dennoch sein – das kostet im Fall von Audio nichts extra. Beim Server müsste man aber eventuell sehen, ob man da nicht an der falschen Stelle gespart hat. Denn ein Video, das niemand ansieht, ist Geldverschwendung.
