Am Wochenende (11.–12.10.2008) war ich auf dem Barcamp München 2008. Ein Barcamp (auch „Un-Konferenz“/“unconference“ genannt) ist eine Veranstaltung, bei der die Teilnehmer über die behandelten Themen entscheiden. Diese Veranstaltungsform kommt natürlich aus den USA und es geht fast immer um Themen aus den Bereichen Web 2.0, Soziale Gemeinschaften, Neue Medien, Programmierung und Freie Software/Open Source.
Jeder Teilnehmer kann eigene Themen für die Vorträge/Diskussionen vorschlagen.

Am ersten Tag stellt jeder, der das tun möchte, seinen Beitrag in vier, fünf Sätzen dem Plenum vor. Dann stimmen alle Teilnehmer ab, ob sie das Thema interessiert. Die Organisatoren teilen schließlich die Veranstaltungen entsprechend der Nachfrage auf die unterschiedlich großen Räume auf, die zur Verfügung stehen.

Die Themen beim Barcamp in München waren sehr unterschiedlich. Ein paar Beispiele:
Web in China – Kultur & Zensur; Zukünftige Technologien in 10, 20, 50 Jahren; Besser Präsentieren mit Drehbuch; Zaubersession – wie überrasche ich potenzielle Geldgeber?; Geld verdienen mit Bloggen; Neuronale Netze; Meta-Beschreibungsformat für Podcasts; Videoproduktion

Die Stimmung auf der Veranstaltung war nett und ungezwungen, mit den Meisten war man von Anfang an per Du, die Atmosphäre war dennoch stets professionell. Ich habe viele interessante neue Kontakte geknüpft, anregende Ideen mitgenommen und spannende Diskussionen geführt.

Was mir am besten gefallen hat ist, dass man jeden Vortragenden schon mal gehört und gesehen hat, bevor man sich in den Vortragssaal setzt. Damit erspart man sich die Enttäuschung, dass ein spannendes Thema von einem miserablen Redner vorgetragen wird.

Außerdem wurde während der Vorträge mehr und offener diskutiert als üblich – und noch dazu fast immer in erfreulich hoher Qualität.
Fazit: ähnlich wie man sich nicht vorstellen konnte, dass ein Projekt wie Wikipedia hohe Qualität hervorbringt, denkt man das bei einem Barcamp vielleicht auch. Und man irrt sich dabei ebenso.

Website des münchner Barcamp »

Edit: Danke an teecee für den Tipp mit der falschen Jahreszahl – der Besuch war in der Tat nicht in der Zukunft auf dem Barcamp 2009, sondern im Jahr 2008!