Der weltweit bekannteste Getränkehersteller Coca Cola zeigt allen anderen mal wieder, wo es lang geht. Das Unternehmen war nicht nur früh auf Facebook, Twitter und Pinterest unterwegs. Es hat nun seine Website komplett neu gestaltet, weg von Werbung, Pressemitteilungen und klassischen „Über-uns“-Sites, hin zur multimedialen Unterhaltungsplattform.

Im letzten Blogeintrag haben wir David Armano mit seiner Forderung zitiert, Firmen müssten einen eigenen „Social-Creative Newsroom“ aufbauen, oder sie würden in der digitalen Welt Probleme bekommen.

Coca Cola ist zum Medienimperium geworden

Seit Montag zeigt die US-amerikanische Firmenwebsite, dass Coca Cola das offenbar genauso sieht. Seit ihrem Redesign sieht die Site nicht mehr so aus, wie man bisher meinte, dass Unternehmessites auszusehen hätten.
Coca Cola ist zum Medienimperium geworden.
Es gibt fette Schlagzeilen und große Bilder. Dahinter stecken ausführliche Berichte aus den Themenbereichen Unterhaltung, Bildung, Umwelt, Gesundheit und Sport. Angereichert mit Interviews, Kolumnen, Video, Audio und Bildergalerien sowie Blogs. Und dunkelbraune Getränke kommen in den wenigsten vor.

Screenshot Startseite Coca Cola Company

Die Site von Coca Cola wirkt wie ein Magazin – und das ist sie auch.

Interessanter noch als was Coca Cola für die neue Site produziert ist, wie sie das produziert. Die Arbeitsweise entspricht ziemlich genau Armanos „Social-Creative Newsroom“, die New York Times zitiert Ashley Brown, der für die Site verantwortlich ist, so:


„Mein Digital Communications- und Social Media-Team sieht seit letztem Jahr eher wie eine Redaktion aus. […] Wir agieren als Reporter innerhalb der Firma. Es ist wirklich sehr wie bei einer Zeitung oder einer Zeitschrift.“

Cleveres Content Marketing

Sowohl diese Arbeitsweise als auch die neue Website sind Content Marketing im besten Sinne. Denn wer bei Google „Coca Cola“ eingibt, der will wohl kaum eine Flasche Limonade kaufen. Die bekommt man immer noch komfortabler im Laden um die Ecke. Deshalb würde es Coca Cola wenig bringen, auf seiner Website einen Amazon-ähnlichen Shop einzubauen, bei dem Nutzer Getränke bestellen.

Aber nur weil Sie Ihren Nutzern nichts direkt verkaufen können, heißt nicht, dass Sie Ihnen nichts bieten können. Das ist das Grundprinzip von Content Marketing.

Stattdessen liefern Sie nützliche, spannende oder unterhaltsame Inhalte und Geschichten, für die sich die Nutzer in dem Moment auch tatsächlich interessieren.
Das eigentliche Produkt steht dann nicht mehr im Vordergrund, dafür wird das, was Sie gerne mit dem Produkt assoziieren wollen, viel stärker transportiert als durch simple Werbeplakate.

Zur Website von Coca Cola USA:
Coke Revamps Web Site to Tell Its Story »

Zum Artikel in der New York Times:
Coca Cola Journey »