2010 wuchs die Verbreitung von Podcasts in den USA im Vergleich mit dem Vorjahr nochmals. Auffallend ist, dass sich der Anteil der so genannten „Early-Adopters“ unter den Podcastnutzern verringert hat. Dies geht aus den Ergebnissen der diesjährigen „The Current State of Podcasting“-Studie von Edison Research hervor, die die Marktforscher Anfang Dezember auf ihrer Website zugänglich gemacht haben.

Vor einem Jahr hatten 43 Prozent der Befragten, also US-Amerikaner über zwölf Jahre, angegeben, den Begriff „Podcasting“ schon einmal gehört zu haben. 2010 sind es nun 45 Prozent. Tatsächlich genutzt wurden Podcasts in dieser Altersgruppe 2010 von 23 Prozent (Audio) bzw. 20 Prozent (Video) der Befragten, 2009 waren es noch 22 Prozent (Audio) bzw. 18 Prozent (Video).
Videoinhalte holen im Vergleich zu Audio also etwas auf, was der weiteren Verbreitung von Breitbandanschlüssen und entsprechend leistungsfährigen Mobilgeräten geschuldet sein dürfte.

Der geringe Anstieg bei der Bekanntheit als auch der tatsächlichen Nutzung von Podcasts deutet darauf hin, dass das Medium sein Stammpublikum gefunden hat. Ein ähnlich hohes Wachstum der Nutzerzahlen, wie es noch in den letzten Jahren auftrat, ist für die kommenden Jahre ohne neue Impulse nicht mehr zu erwarten.

Interessant ist vor allem auch die genaue Zusammensetzung dieses über die Jahre angewachsenen Publikums: Denn in der Anfangszeit wird ein neues Medium wie die Podcasts vor allem von so genannten „Early-Adopters“ genutzt. Das sind die Menschen, die gerne neue Techniken und Geräte ausprobieren und in ihrem Bekanntenkreis meist die ersten sind, die etwa einen iPod besessen oder einen Blog betrieben haben.

Deren Anteil am Gesamtpublikum für Podcasts hat sich laut den Daten von Edison in den letzten Jahren verringert. Stattdessen finden sich unter den Hörern und Zuschauern nun mehr Menschen, die neue Techniken und Geräte erst dann nutzen, wenn es viele andere in ihrem Umfeld auch tun, oder gar zu den letzten gehören, die sich etwa ein iPhone zugelegt haben.

Konkret betrug der Anteil der „Early Adopters“ unter den Podcastnutzern laut Edison 2006 noch 17 Prozent – 2010 sind es nur noch 13 Prozent. Analog dazu wuchs der Anteil derer, die von sich selbst sagen, dass sie weder besonders früh noch besonders spät neue Techniken ausprobieren, im gleichen Zeitraum von 24 Prozent auf 28 Prozent. Und jene schließlich, die der Masse beim Ausprobieren neuer Techniken hinterherhinken, machen mittlerweile 16 Prozent der Podcastnutzer aus; 2006 waren es nur 10 Prozent.

Man könnte auch sagen: Manche, die Podcasts weniger wegen den Inhalten oder der bequemen Verfügbarkeit gehört haben, sondern vor allem deshalb, weil sie immer das Neueste ausprobieren wollen, hören jetzt keine Podcasts mehr. Stattdessen nehmen Menschen, die vor allem an Inhalt und Verfügbarkeit interessiert sind, aber sich nicht sofort auf die neue Technik gestürzt haben, einen größeren Anteil der Nutzerschaft ein.

Für die Anbieter von Podcasts bedeutet das:

Das Medium wächst langsam aber sicher aus den Kinderschuhen heraus und nimmt seinen Platz neben den anderen wichtigen audiovisuellen Medienformen wie TV oder Radio ein. Die Chance, dass ein Hörer oder Zuschauer auch tatsächlich am Inhalt interessiert ist, ist gestiegen.

Die Studie von Edison Research auf Basis von 1.700 Telefoninterviews: Current State of Podcasting 2010 »